Mund- und Nasenmaske* selber nähen

Die aktuelle Situation bringt viele Umdenker mit sich. Der Mensch ist kreativ und versucht das Beste aus der Situation zu machen, die Meisten zumindest. Es gibt die Menschen, die sich gerade wahnsinnig fertig machen lassen durch die Maße an Informationen zu der Pandemielage. Sie bekommen Panik und können nicht mehr klar denken, da die Angst sie zerfrisst. Und dann gibt es noch die Ignoranten. Die sich gar nicht darum kümmern, dass es ein enormes weltweites Problem gibt und mit ihrem egoistischem Verhalten andere Menschen, vielleicht auch die Menschen, die ihnen eigentlich wichtig sein müssten, in Lebensgefahr bringen. Weiterhin gibt es noch die Menschen, die versuchen, mit der Lage klar zu kommen. Sie versuchen den benötigten Zusammenhalt zu stärken, in dem sie versuchen, für die Gemeinschaft tätig zu sein. Es gibt auch einige Zwischen- und Unterkategorien, aber das würde gerade etwas den Rahmen sprengen.

Diese Situation momentan ist für alle sehr angespannt und ungewohnt, da kein Ende absehbar ist. Diese Ungewissheit kann sehr zerstörerisch wirken. Haben wir nun ein so gutes Gesundheitssystem und -standard, dass wir „relativ“ unbeschadet durch die Sache kommen oder stehen wir wirklich noch am Anfang einer sehr langen und harten Reise? Es kursieren die dollsten Vermutungen durchs Netz. Es entstehen massig Fakenews und keiner weiß, was er glauben soll. Tatsache ist allerdings: WIR sitzen alle im selben Boot und müssen da irgendwie durch.

Nun komme ich zu meinem eigentlichen Thema: Mund- und Nasenmaske selber nähen.

Wie jedem bekannt ist, sind die medizinisch notwendigen Mundschutze bzw. Mund- und Nasenmasken beizeiten vergriffen gewesen. Es liegt zum einem daran, dass die privaten Bürger vor lauter Panik sich damit eingedeckt haben, aber zum anderem, weil die Firmen mit der Produktion nicht mehr hinterher kommen, da der Bedarf auch in den medizinischen Bereichen enorm gestiegen ist und die Fabriken allerdings selbst durch die Pandemie Arbeitskrafteinbußen hinnehmen mussten.

Somit kam die Idee auf, selbst welche herzustellen für den Privatgebrauch. Hierzu muss nochmals erwähnt werden, dass es zwei unterschiedliche Arten von Masken gibt: einmal die medizinische Atemmaske, diese schützt den Träger vor herumfliegenden Viren. Und dann gibt es die einfachen Mund- und Nasenmasken. Dieser ist nicht zum Selbstschutz geeignet, denn er lässt Viren und Kleinstpartikel durch. Er ist eher dazu gedacht, dem Gegenüber zu schützen. Durch Sprechen, Husten oder Niesen gelangen die eventuell vorhandenen Viren per Tröpfchenübertragung an die Luft und können zum Beispiel deinen Gesprächspartner mit dem COVID-19 unbemerkt infizieren. Nun liegt die Theorie recht nahe, wenn jeder eine Mund- und Nasenmaske zum Schutz der anderen in der Öffentlichkeit tragen würde, könnte dadurch ein Infektionsrisiko minimiert werden. Weiterhin hilft eine Mund- und Nasenmaske auch dabei, dass man sich dadurch selber seltener ins Gesicht fässt. Somit wird das Risiko, dass man vorhandene Viren, die sich auf den Händen befinden, sich ins Gesicht „schmiert“ und zusätzlich häufiges Händewaschen ist sowieso von Nöten.

Meinen Mund- und Nasenmaskenursprung habe ich bei dem Youtube-Video von „Das Haus mit dem Rosensofa“ gefunden.

Ich habe einen Prototyp für mich genäht aus Mullwindelstoff außen und Molton von innen. Daraufhin habe ich für meine Kinder ebenfalls welche genäht.

Ich persönlich bin kein begnadeter Näher, sondern eher ein Hobbynäher, der ab und zu mal was Nettes für die Kinder näht. Obwohl ich ein recht ruhiger Mensch bin, bin ich an der Nähmaschine etwas ungeduldig. Somit war mir das ein zu viel Rumgefummel mit den Bändern, so dass ich von Maske zu Maske unsauberer gearbeitet habe.

Kurz darauf oder fast zur selben Zeit (die Ereignisse überschlagen sich gerade öfter mal) hat die Stadt Essen eine Näh- und Pflegeanleitung ins Netz gestellt. Und schon kam der Mundbedeckungshype. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird nun zu Nähaktionen aufgerufen, um zum Beispiel für Krankenhäuser, besonders gesundheitlich vorbelastete Menschen oder andere Einrichtungen unterstützend zu helfen.

Die Internetseite von smarticular.net hat ebenfalls einen Beitrag verfasst, der gut auf das Thema eingeht. Darüber bin ich sodann nochmals über die Anleitung von der Stadt Essen gestolpert und dachte mir, ok, ich versuche es nochmal und habe spontan zwei weitere Masken genäht und was soll ich sagen? Es fiel mir viel leichter.

„Viele Wege führen nach Rom“. Wenn ihr Zeit habt und auch Lust, testet euch ruhig mal durch. Ich würde auch gerne mal eine Auflistung machen, von den unterschiedlichen Anleitungen, damit man sich mal durchtesten kann, da nicht jede Anleitung für jeden ansprechend ist.

Wichtig ist, dass man auch die richtigen Stoffe verwendet: kochfeste Baumwolle. Sie ist atmungsaktiv, denn schließlich möchtest du ja auch noch beim Tragen Luft bekommen und man muss sie auch bei mindestens 60°C (besser sogar 90 °C) waschen können, um die Keime abzutöten. Deshalb sollte man auch darauf achten, dass die Bänder bzw. Gummis ebenfalls entsprechend waschbar sind. Weiterhin wird empfohlen, dass ein Stück Draht zur Anpassung mit eingenäht wird, damit es besser und enger an der Nase anliegt. Dadurch sollen weniger Bazillen/Viren ins Freie gelangen. Was eingenäht wird, bleibt euch überlassen. Es sollte leicht biegsam sein, nicht rosten und euch nicht verletzen. Möglich wären Blumen-Bastel-Bindedraht, der schmale Streifen aus den Heftstreifen/Aktendullis, Pfeiffenputzer…

Die Größenangaben weichen ebenfalls etwas ab bei den unterschiedlichen Anleitungen. Da nun der Fantasie, was die Farben und Muster betreffen, kaum Grenzen gesetzt sind, könnte ich mir gut vorstellen, dass so eine Mund- und Nasenmaske auch bald als Modeaccessoire durchgehen könnte.

So eine selbstgenähte Mund- und Nasenmaske ist auch sehr nachhaltig, denn er kann immer wieder verwendet werden und muss nicht nach jedem Tragen weggeschmissen werden. Somit trägt man auch dazu bei, dass die industriell Hergestellten hauptsächlich für den Bereich der Medizin und Pflege wieder eingesetzt werden können.

So, nun ab an die Nadel, fertig, los…

Bitte achtet auf euch und eure Mitmenschen und bleibt gesund.

#StayHome

* Update 01.04.2020: Aufgrund der Bekanntgabe, dass Abmahnungen verhangen werden, wenn man solche Masken als fälschlicherweise Mundschutz bezeichnet, habe ich den Beitragstext entsprechend angepasst, damit nicht suggeriert wird, dass es sich hierbei um ein medizinisches Produkt handelt.

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