Brauche ich Fairtrade?

Nein.

Aber…

viele andere Menschen dafür. Und diese brauchen uns, um nicht an ihrem Existenzlimit leben zu müssen.

Mein Sohn hatte gerade erst das Thema Fairtrade im Unterricht durchgenommen. Ich finde es super, dass es bereits in der Grundschule angeschnitten wird. Die Klassenarbeit dazu wurde geschrieben und somit ist das Thema wieder abgeschlossen.

Aber eigentlich ist das ein Bereich, der uns jederzeit etwas angehen sollte.

Somit habe ich angefangen mich ebenfalls etwas intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen und habe etwas recherchiert.

Was ist eigentlich Fairtrade? Direkt übersetzt heißt es fairer Handel.

In einigen Ländern ist es üblich, dass zum Beispiel die Kinder von Klein Auf bis hin ins Erwachsenenalter in Fabriken oder auf Feldern arbeiten müssen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Sei es auf riesigen Plantagen als Erntehelfer oder als Näher in Fabriken, die Kleidung für die Industrieländer herstellen. Die Grundbedingungen sind zumeist sehr schlecht, genau wie die Entlohnung. Aber denen bleibt keine große Wahl, um zu Überleben. Die Waren werden dann exportiert und bei uns in den Läden für niedrige Dumpingpreise zum Verkauf angeboten.

Nun ist es so, dass man gerne etwas dagegen unternehmen möchte, denn diese Kinder sollten lieber zur Schule gehen, um etwas aus ihrem Leben zu machen. Nur gibt es in diesen Gegenden selten solche Gelegenheiten.

Es gibt mittlerweile bereits die unterschiedlichsten Vereinigungen, die endlich etwas dagegen tun wollen und können. Es sollen menschenwürdigere Arbeitsbedingungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern geschaffen werden sowie bessere Preise für die Produkte der Kleinbauernfamilien, damit diese im weitesten Sinne eine Überlebenschance haben. Fairtrade setzt sich für solche vorgenannten Belange ein. Das bedeutet, dass man hier einen angemessenen höheren Preis für bestimmte Waren bezahlt, aber den Herstellern bzw. Bauern, die dadurch finanziert werden, die Möglichkeit gibt auch mit höherer Qualität zu handeln.

Es gibt bestimmte Standards, die erfüllt bzw. eingehalten werden müssen, wie zum Beispiel im sozialen Bereich:

Stärkung der Kleinbauern und Arbeiter

  • Organisation in demokratischen Gemeinschaften (bei Kooperativen)
  • Förderung gewerkschaftlicher Organisation (auf Plantagen)
  • Geregelte Arbeitsbedingungen
  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Diskriminierungsverbot

Im ökologischen Bereich:

Umweltschutz

  • Umweltschonender Anbau
  • Schutz natürlicher Ressourcen
  • Verbot gefährlicher Pestizide
  • Kein gentechnisch verändertes Saatgut
  • Förderung des Bio-Anbaus durch den Bio-Aufschlag

Und im ökonomischen Bereich:

Anforderungen an Händler und Hersteller


(Quelle: https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-system.html )

Damit auch alle Standards eingehalten werden, werden Vorort die Arbeitnehmer und Waren/Produkte regelmäßig überprüft.Die Fairtrade-Produkte erkennt man aufgrund des extra hierfür entwickelten Siegels. Hier sind einige, die sich für Nachhaltigkeit und Mindestpreise einsetzen in Bezug auf Lebensmittel:

Jede Vereinigung hat allerdings andere Ziele. Bei dem einen stehen die Mindestlöhne, bei dem nächsten Mindestpreise und bei dem dritten Nachhaltigkeit mehr im Vordergrund, aber alle setzen sich für Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern ein.

Eine Auswahl von Siegeln für Fairtrade-Produkte

TransFair – FAIRTRADE, „fair+“ der Gepa

Das internationale Fairtrade-Siegel von Fairtrade International (FLO) ist das bekannteste Label für fair gehandelte Produkte. Es ist DAS Siegel für Fairen Handel. Für Deutschland wird es von TransFair e.V. vergeben. Ist ein Artikel mit diesem Siegel ausgezeichnet, erfüllt er alle Bedingungen der Fairtrade-Standards. Obwohl laut TransFair e.V. 65 Prozent der Produkte mit diesem Siegel aus biologischem Anbau stammen, ist es kein Bio-Siegel.

Das Logo „fair+“  tragen einige Produkte der Fair Trade
Company GEPA zusätzlich zum FLO-Siegel. Es soll darauf hinweisen, dass sich die GEPA über die Standards der FLO hinaus engagiert. Zusätzliche Länderzuschlage für Kaffeebauern oder Beratung bei Bio-Umstellung sind zwei davon. Insgesamt hat der größte Importeur für fair gehandelte Waren 17 Bedingungen für das Tragen ihres „fair+“- Zeichens formuliert. Das „fair +“ ist aber vielmehr ein Firmenlogo.

Die GEPA handelt auch mit anderen Artikeln

Rainforest Alliance, BanaFair, Naturland Fair

Das Gütesiegel der Rainforest Alliance (RA) wird nur dann vergeben, wenn ein Produkt die Kriterien der Nicht-Regierungsorganisation „Netzwerk für eine Nachhaltige Landwirtschaft“ (SAN) erfüllt. Der Umweltschutz und die Förderung der Artenvielfalt sind die wichtigsten Kriterien dafür. Es ist für folgende Produkte erhältlich: Kaffee, Kakao, Bananen, Zitrusfrüchte, Blumen und Grünpflanzen.

BanaFair ist eine Non-Profit-Organisation für Entwicklungszusammenarbeit. Die Arbeitsstrukturen sind denen der GEPA sehr ähnlich. Sie vertreibt hauptsächlich Bananen von Kleinbauern aus Lateinamerika und unterstützt dort zahlreiche soziale Projekte. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen vor allem in der Organisation von Bildungs- und Öffentlichkeitskampagnen und in Lobbyarbeit.

Mit dem neuen Siegel des Verbands für ökologischen Landbau werden gleichzeitig ökologische sowie „Fair-Handels“ – Kriterien geprüft. Die Naturland Fair Richtlinien wurden gemeinsam mit den Fair-Handelsorganisationen GEPA, dwp und BanaFair entwickelt und stehen im Einklang mit den Fairtrade-Standards der FLO. Das Siegel bietet das erste Mal einzelnen Bauern oder Händlern die Möglichkeit, ihre Produkte zertifizieren zu lassen. Naturland ist einer der größten Verbände, die den ökologischen Anbau fördern.

Weltladen, Fairtrade beim Discounter

In den Anfängen der Fair-Trade-Bewegung waren Fair-Trade-Produkte nur in den wenigen sogenannten „Weltläden“ erhältlich. Heute gibt es deutschlandweit um die 800 Weltläden, von denen die meisten im „Weltladen-Dachverband“ vertreten sind. In den Weltläden gibt ist das gesamte Sortiment der Fair-Trade-Produkte: von Handwerkskunst über Lebensmittel, bis hin zu Spielzeug. Die Weltläden verstehen sich als Non-Profit-Organisation: Gewinne bleiben im Laden und werden zum Beispiel für den Ausbau des Ladens, Informationsveranstaltungen zum Thema fairer Handel oder Mitarbeiterschulungen ausgegeben.

Längst haben Fair-Trade-Produkte auch Einzug ins Sortiment der Discounter gefunden. Während beispielsweise Lidl fair gehandelte Produkte unter der Eigenmark FAIRGLOBE dauerhaft im Sortiment führt, sind die Fair-Trade-Produkte unter der Eigenmarke ONE WORLD von Aldi-Süd eher Aktionswaren in bestimmten Zeiten. Beide Unternehmen sind Lizenznehmer von TransFair e.V. und somit tragen ihre Produkte neben dem Markennamen auch das Fairtrade-Siegel. Lidl hat derzeit ständig zwölf fairtrade-zertifizierte Produkte im Sortiment und wurde für seine Vorreiterrolle mit dem „Fairtrade-Award“ ausgezeichnet. Allerdings steht TransFair e.V. für diese Entscheidung teils heftig in der Kritik: Einige wollen nicht wahrhaben, dass der Verein mit einem Unternehmen, das in seinem eigenen Land für den Umgang mit den eigenen Mitarbeitern kritisiert wird, zusammenarbeitet. Für TransFair e.V. zählt allerdings die Tatsache, dass auf diese Weise möglichst viele Menschen Zugang zu Fairtrade-Produkten erhalten.

Nun wurde gerade der „grüne Knopf“ eingeführt für nachhaltige Kleidung. Dieser wird momentan noch von vielen kritisiert, da es in der Bekleidungsbranche mittlerweile viele Siegel gibt, die die meisten Hersteller in ihren Waren versehen, um zu zeigen, dass es sich um nachhaltige Kleidung handelt. Man müsse aufpassen, dass die Masse der Siegel nicht eher für Verwirrung beim Verbraucher stiftet.

http://www.gruener-knopf.de

Er stellt verbindliche Anforderungen, um Mensch und Umwelt zu schützen. Es müssen insgesamt 46 Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden.

Mein persönliches Fazit: Letztendlich kann man auch als Endverbraucher es nicht allen Recht machen. Ich selbst versuche ab und zu bewusst Produkte mit Fairtrade-Siegel zu kaufen, da es das eigene Gewissen etwas beruhigt, wenn man damit wirtschaftlich Schwächere helfen kann. Ob man die Produkte nun letztendlich braucht, sei dahingestellt. Wir essen beispielsweise gerne Schokolade und Bananen sind hier sehr beliebt als Zwischenmahlzeit. Wichtig ist es allerdings, auch unsere regionalen Kleinbauern zu unterstützen. Dies kann man machen, in dem man auch mal zu (s)einem Fleischer, Milch- oder Obstbauern „des Vertrauens“ geht. Den Landwirten wird die Arbeit (die Ernte und der Handel) und damit die Existenz durch immer mehr belastenden Bedingungen erschwert.

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