Mein Weg zur Nachhaltigkeit – und deiner?

Ein nachhaltiges Leben mit Zero oder Less Waste bedeutet nicht gleich kompletter Verzicht auf Alles. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der immer schnelllebiger den Alltag bestreiten will, das heißt: Es gibt immer mehr Produkte, die einem zwar das Leben etwas erleichtern sollen, nur leider oftmals auf Kosten der Umwelt und/oder der Gesundheit. Für eine LessWaste-Devise ist es erforderlich, dass man sein eigenes Verhalten, den Konsum und seine Umgebung genauer unter die Lupe nimmt. Es verlangt niemand von dir, dass du dein komplettes Leben von jetzt auf gleich umkrämpeln sollst. Schritt für Schritt. Es ist wichtig, dass man aus seiner eigentlichen Routine herauskommt und offen ist, auch mal einen längeren Weg zu gehen. Und wenn man das geschafft hat, muss man ein wenig achtsam sein, dass man nicht in das alte Schema zurück verfällt. Und so kann man step by step ein immer nachhaltigeres Leben führen. Und mit jedem Erfolg wartet schon der nächste…

Hierzu kommt meine (Kurz-)Geschichte zum nachhaltigerem Leben. Diejenigen, die bereits meine Beratungshomepage (wunderwindelwald.de) kennen, wissen, dass alles mit Stoffwindeln durch eine Freundin anfing. Hier sei nochmals erwähnt: „Danke Yvonne 😉“.

Irgendwann habe ich die Wegwerfwickelunterlagen durch Molotonwindeln ausgetauscht, danach kam die Idee aus Stoffresten und alten Handtüchern, mir kleine Allrounder zu nähen. Das war auch die Grundlage meiner Anfänge an der Nähmaschine. Diese kleinen Lappen (eine Seite aus glattem Jersey-Stoff und die andere aus Frottee) habe ich am Wickeltisch als Feuchttücher benutzt. Zusätzlich hatte ich am Wickeltisch eine Thermoskanne mit warmen/heißen Wasser stehen, das ich in eine kleine Wanne goss, die ich am Wickeltisch hängen hatte (Ikea hat manchmal super Lösungswege). Somit hatte ich immer frisches Waschwasser da. Ich habe die Tücher/Lappen auch für die Körperreinigung benutzt. Sie sind immer noch im Einsatz: heute als Feuchttuchersatz für unterwegs oder auch als Abschminktuch.

Danach war ich schon ganz begierig darauf, was ich im Haushalt alles ändern kann. Ich habe mir die Dusche vorgenommen, da ich unendlich genervt war, dass ständig die Plastikflaschen rumstanden und ich ständig neue kaufen musste, da sie so schnell aufgebraucht waren. Ich habe sodann festes Shampoo getestet. Allerdings muss man sich sehr durchprobieren, denn nicht jedes Produkt passt zu jedem Haartyp. Ich hatte einige Fehlgriffe und das hat mich auch etwas zweifeln lassen, zumal es extrem ungewohnt ist, sich die Haare mit einem festen Seifenstück zu waschen. Meine Haare benötigen grundsätzlich eine Haarspülung, damit ich sie überhaupt durchzukämmen bekomme. Nach einer ausgiebigen Recherche im Internet bin ich auf einen Onlineshop gestoßen, der Haarseife verkauft, die genau das schafft, was sie verspricht. Das Non-Plus-Ultra war, dass dieser Onlineshop einen von vier Läden sowie einen Hofladen (Manufaktur) unmittelbar in meiner Nähe hat. Ich spreche hier von Sauberkunst. Als ich das erste mal in dem Laden war, war ich total überfordert, denn der Laden ist zwar klein, aber die Auswahl an Produkten gigantisch. Nach einer kurzen Beratung hatte ich einige Probeseifen gefunden und das tolle: ich konnte auch gleich noch andere Bad-Plastik-Produkte aus meinem Badezimmer verbannen. Die Haarseife ist ein Traum. Man gewöhnt sich relativ schnell an die Handhabung und sie schäumt auf dem Kopf mindestens genauso doll wie ein herkömmliches Shampoo. Im selben Atemzug wurden weitere Badprodukte ausgetauscht: die Flüssigseifenspender gegen Seifenstücke, Deo gegen Cremedeo, Duschgel gegen Dusch- und Badseife. Weiterhin wurden die Plastikzahnbürsten gegen Bambuszahnbürsten, Zahnpasta gegen Zahntabletten ausgewechselt. Nun gibt es Bambus-Wattestäbchen, festes Parfüm. Tampons, Binden und Slipeinlagen gehören ebenfalls der Vergangenheit an, nun gibt es Stoffbinden* und -Slipeinlagen, sogar für Tangas* sowie die Menstruationstasse.

Der nächste Schritt war dann die Küche: Bambus-Strohhalme, Filterkaffee statt Kaffeekapseln, Bienenwachstücher statt Alufolie. Boc’n Roll Sandwich Wraps* eignen sich super als Stullenpaket. Trinkflaschen to go aus Glas oder Edelstahl. Stoffbeutel für den Einkauf von Obst und Gemüse. Holzwaschbürsten statt Schwämme und Lappen, Stoffküchentücher statt „Zewa“-Einwegtücher und Stoffservietten wirken edler als die Einwegservietten.

Nach und nach kamen die ersten Experimente:

Spülmittel, Geschirrspülmittel, Wäscheduft, Flüssigwaschmittel, Klotabs, Allzweckreiniger, Kalkreiniger…

Sodann kamen Ersatzmaßnahmen für die Vorlieben der Kinder:

Die meisten Produkte, die meine Kinder bevorzugen sind leider auch die, die sehr viel Müll verursachen und die natürlich auch nicht die gesündesten sind. Ganz allmählich habe ich die eigentlichen Produkte weggelassen, was die Kinder hauptsächlich gern gegessen haben und mit in der Schule oder Kita hatten: Fruchtzwerge, Actimel (drei Kinder, die täglich jeweils einen Actimel getrunken haben – man möge sich mal diesen Müllberg nur innerhalb eines Jahres vorstellen), Fruchtriegel, Milchschnitte o.ä., einzeln abgepackte Kinderwürstchen/-salami/-käse oder Fruchtquetschis. In der Handhabung sind diese Produkte selbstverständlich super praktische Sachen, wenn es mit Kindern unkompliziert und schnell gehen soll. Aber für mich wurde es auf Dauer einfach to much. Von Squeasy Snacker* gibt es tolle Silikon-Quetschbeutel, die man sogar einfrieren kann. Entweder kauft man Jogurt im Glas oder man „züchtet“ sich sogar selbst einen (ja, das mache ich mittlerweile auch). Das ganze in den Mixer geben, Früchte nach Wahl rein (wer es noch süßer mag, noch etwas Xylit (kariesvorbeugend) oder Agavendicksaft o.ä. hinzufügen), dann alles gut mischen und in den Squeasy umfüllen. Meine Großen waren leider zu sehr an die Fertigprodukte gewöhnt, so dass sie das Selbstgemachte nicht so sehr mochten, aber der Kleinste umso mehr.

Was ich hier bei uns auf dem Dorf (ich weiß, wir sind kein Dorf, sondern eine Waldgemeinde – für die, die sehr viel Wert darauf legen) für noch sehr schwierig empfinde, ist das plastikfreie Einkaufen. Die meisten Lebensmittel sind nach wie vor in Plastik eingeschweißt. Wenn man also versucht nur lose/unverpackte Lebensmittel einzukaufen, wird die Ernährung nach kurzer Zeit sehr einseitig. Die Supermärkte fangen auch hier langsam an Kleinigkeiten zu ändern, in dem die Gurken nicht mehr eingeschweißt sind und es gibt wiederverwendbare Einkaufnetzte. Es ist ein kleiner Anfang in die richtige Richtung mit sehr viel Potential zur Erweiterung.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich das eine oder andere vergessen habe aufzuzählen, aber ich erhoffe mir, dass die Liste immer länger wird.

Es gibt auch einige Sachen, die haben mich persönlich nicht überzeugt. Man muss sich dann auch damit nicht rumquälen, dann probiert man halt etwas anderes aus.

Das sollte als kleine Anregung dienen, dass man auch Kleinigkeiten ändern kann. Und vielleicht hat noch jemand andere Ideen. Dann immer her damit, denn ich bin noch nicht am Ende mit Testen. Ich werde auch den einen oder anderen meiner Versuche hier mit euch gerne teilen.

ACH… und ein weiterer wichtiger Aspekt von dem ganzen hier Aufgezählten: Ihr spart enorm viel Geld dabei.

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